Der Tropos Able im Portrait

Der Tropos Able hat laut Hersteller eine TCO von vier Cent pro Kilometer
© Foto: Michael Blumenstein/Autoflotte

Der Tropos Able ist wohl einer der kompaktesten Elektrotransporter, die wir jemals in die Finger bekommen haben. Mit seinen technischen Daten ist kein Rekord zu brechen. Das muss auch überhaupt nicht sein. Der Kleine macht in unserem Test und in der Handhabung eine sehr gute Figur.


Datum:
02.10.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
4 min

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3,7 Meter lang, 1,4 Meter breit: So groß ist der Laderaum manchen Transporters. Und das sind auch die Maße des Tropos Able. Insgesamt. Im Frühsommer wurde der erste elektrische Kleinsttransporter aus dem Werk in Herne übergeben. Bis Ende des Jahres ist ein Absatz von ungefähr 400  Fahrzeugen geplant. Das wünscht man sich zumindest bei Mosolf, dem Mutterkonzern von Tropos Motors Europe. Ob es so kommt, ist aufgrund der Corona-Lage noch ungewiss. Ursprünglich sollten 2020 rund 800 Tropos verkauft werden.

Technische Kleinstarbeit

Wenn man sich die nackten Zahlen ansieht, hinkt der neue Tropos den großen E-Transportern meilenweit hinterher. Er wird von maximal zwei Akkus à 13 kWh angetrieben. Diese ermöglichen unter Ideal­voraussetzungen eine Reichweite bis zu 260 Kilometer. Geladen wird einfach
per Steckdose; einen Typ-2- oder gar einen CCS-Anschluss sucht man am Able vergeblich. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei netten 60 km/h (nur in der Version XT), wohlgemerkt dank einer Leistung von gerade mal 14 PS. Es gibt Sitzmäher, die mehr Power unter der Haube haben. Aber, aber, aber, werden jetzt viele von Ihnen mit Recht sagen: Es kommt immer auf den Einsatzort an. Und genau hier wird aus dem kleinen David der Bezwinger
des Goliath.

Zwei Europaletten finden Platz

Im flinken Wusel-Einsatz, beispielsweise auf einem Werksgelände oder in der Innenstadt, entfaltet der Tropos sein wahres Können. Ein Wendekreis von bescheidenen acht Metern macht den Mini enorm wendig. Auf unserer Testrunde zeigt der Tropos, dass auch aus 14 PS einiges herauszuholen ist: Aus dem Stand beschleunigt er ausreichend dynamisch und lässt auch dank direkter Servolenkung nichts an Fahrkomfort auf der Strecke. Es macht, vielleicht aufgrund der minimalen Erwartung, maximal Spaß mit dem Kleintransporter leise und emissionsfrei durch die Gegend zu düsen. Auch Laderaum gibt es mehr als ausreichend: Bis zu zwei Euro­paletten mit 550 Kilogramm Gesamtgewicht finden auf dem Hinterbau Platz.  Das ist für die Größe wirklich beachtlich.

Die  nächste Stärke des Able liegt in seiner Vielseitigkeit. Die Ladefläche lässt sich nahezu beliebig gestalten, von Pritsche mit Laubgitter- oder Planenaufsatz über zwei verschiedene Koffer bis hin zu einem Desinfektions- und Hygieneaufbau, der mit Trockendampf arbeitet und auch Coronaviren den Garaus machen soll. Optional lässt sich der Tropos sogar noch stylisch folieren. Den Möglichkeiten sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Selbstredend wird auch der Kleintransporter nicht ohne eine Portion elektrischen Schnickschnacks ausgeliefert. Zur Serienausstattung gehören unter anderem eine Rückfahrkamera, Berganfahrhilfe, Rekuperation (ab 13 kWh Batterie) und ein Radio mit DAB-Empfang.

Fazit

Selbst der Redakteur war im ersten Moment geneigt, sich über den Tropos Able ein wenig lustig zu machen. Und auch er musste erkennen, dass sich hinter der niedlichen Fassade ein robuster Transporter versteckt. Für kleine, schnelle Aufträge kann der Tropos eine Alternative sein, ohne dass man auf irgendetwas verzichten muss. Das ist ja die Krux am Elektroantrieb: Zu oft muss man dafür irgendwelche Kompromisse eingehen. In diesem zugegebenermaßen sehr speziellen Einsatzgebiet ist das aber nicht der Fall.


Tropos Able

Bildergalerie

Technische Daten

Leistung (Dauer) 10 kW (14 PS)
Batteriekapazität (nutzbar) 9 kWh (ST) | 13/26 kWh (XT)
Reichweite 80 km (ST) | 105/260 km (XT)
Ladezeit AC, 230 V 8 h (ST) | 8/10 h (XT)
Ladezeit DC -
Max. Ladevolumen 4,5 m3 (großer Koffer)
Preis ab 18.000 Euro (netto, ohne Förderabzug)

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