E-Fuels auf dem Vormarsch?

Die Hauptprodukte bei der Herstellung von E-Fuels: Der rohe Treibstoff und eine Art Wachs 
© Foto: picture alliance/dpa/ Marijan Murat

Auf der Suche nach umweltverträglichen Fortbewegungsmöglichkeiten sind auch immer wieder die sogenannten E-Fuels anzutreffen. Was können sie und wie weit ist die Forschung?


Datum:
01.03.2021
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
7 min

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Die Uhr tickt. Um die Klimaerwärmung zu bremsen, wird fieberhaft nach alternativen Kraftstoffen gesucht, die Energie liefern und die Umwelt nicht oder nur wenig belasten. Auf dem Kongress „Kraftstoffe der Zukunft 2021“, der vom 18.01. bis zum 22.01. in digitaler Variante stattfand, widmeten sich gleich mehrere Abschnitte den sogenannten E-Fuels.

Zum Begriff

Unter E-Fuels versteht die Wissenschaft Kraftstoffe, die unter der Zuhilfenahme von Elektrizität hergestellt werden. Im Fachjargon werden sie auch Ptx (power to x) genannt. Es gibt verschiedene Verfahren mit etlichen komplizierten Prozessschritten, in denen Rohstoffe zu einem flüssigen oder gasförmigen Kraftstoff veredelt werden. In der Regel braucht es als Basis eine Kohlenstoff- und eine Wasserstoffquelle, aus denen schließlich das Endprodukt entwickelt wird. In ferner Zukunft sollen diese Kraftstoffe die fossilen Brennstoffe zu einem Teil ersetzen, so die Hoffnung. Grundsätzlich steckt die Technologie aber noch in den Kinderschuhen.  

Chemische Prozesse

Hinter der Entwicklung eines Kraftstoffes steht ein kompliziertes Geflecht aus verschiedenen Arbeitsschritten. Beispiel: E-Diesel. Dieser wird unter anderem im Kopernikus-Projekt P2X des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt. Ein Gerät filtert Kohlenstoffdioxid (die Kohlenstoffquelle) aus der Luft und schickt sie gemeinsam mit Wasserdampf (Wasserstoffquelle) in eine Elektrolyseanlage, die nach dem sogenannten Fischer-Tropsch-Verfahren arbeitet. Unter Zuhilfenahme von Strom generiert das Gerät Kohlen-Wasserstoffketten, die am Ende teilweise wieder aufgespalten werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Es entstehen drei Stoffe: Wasser, ein Wachs und das E-Fuel. Dieses kann in Raffinerien zu E-Diesel umgewandelt werden. Möglich wäre auch die Veredelung zu Benzin oder Kerosin.

Umweltgedanken

Der gesamte Prozess sieht auf den ersten Blick wie ein bahnbrechender Erfolg auf der Suche nach umweltfreundlichen Fortbewegungsmöglichkeiten aus. Vorteil eins: Es wird kaum zusätzliches Kohlenstoffdioxid in die Umwelt geblasen. Denn der Anteil, den das Auto ausstößt, wurde ja bereits zuvor aus der Luft entnommen. Vorteil zwei: Das bestehende Tankstellennetz kann für die E-Fuels weiterverwendet werden. Auch die Fahrzeuge brauchen keine Aufrüstung und können mit den bestehenden Motoren weiterfahren. Vorteil drei: Die E-Fuels sind Forschern zufolge sogar sauberer als herkömmliche Treibstoffe, da sie keine Verunreinigungen, wie beispielsweise Schwefel, enthalten. Weiterführend seien E-Fuels relativ geruchsneutral, der Benzingestank bleibt also auf der Strecke. Klingt alles nach heiler Welt – und doch ist ein flächendeckender Einsatz noch sehr weit entfernt.


Die Herstellung von E-Fuels

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KOMMENTARE


JohXa

01.03.2021 - 10:36 Uhr

Ein höchst wirkungsvoller Weg. 66 Millionen Fahrzeuge allein in Deutschland müssten nicht durch e-Fahrzeuge erneuert werden (CO2!! alleine durch die Produktion) Die Infrastruktur für e-Fahrzeuge ist extrem aufwendig und, woher kommt der Strom für die e-Fahrzeuge. Wie ist der Wirkungsgrad von e-Fahrzeugen über den gesamten Lebenszyklus???? Man könnte e-fuel in riesigen PV-Feldern in afrikanischen Ländern produzieren und importieren. Diese Länder bekämen eine sinnvolle Entwicklungshilfe. Die Migration würde dadurch verringert. Was hindert uns daran, diesen Weg voran zu treiben???


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