VW Golf 8 GTE

Auch der GTE hat den neuen, charakteristischen VW-Kühlergrill erhalten
© Foto: Fabian Faehrmann | netzwerk A

Plug-in-Hybride sind nach einigen Studien und Meldungen im vergangenen Jahr ein wenig in Verruf geraten. Der Golf 8 GTE ist der fahrende Beweis dafür, dass das System prinzipiell funktioniert – sofern sich Mann oder Frau hinter dem Lenkrad darauf einlässt.


Datum:
24.05.2021
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
7 min

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Es gibt drei Typen von Dienstwagenfahrern: Die Effizienten, die möglichst sparsam und günstig unterwegs sein wollen, die Spaßfahrer, die sich auch mit dem Auto mal sehen lassen möchten und jene, denen es eigentlich egal ist, solange das Gefährt vier Räder hat und von A nach B kommt. Der Golf 8 GTE wird nach unserem Test alle drei Gruppen gleichermaßen glücklich machen und auch ärgern.

Der erste Eindruck des neuen VW: sehr schön. Von außen bietet der Hybrid eine interessante Mischung aus sportlich und futuristisch an. Sofort ins Auge fällt der massive Kühlergrill mit seinen wabenförmigen Öffnungen. Auch die Frontscheinwerfer können sich sehen lassen. Unser Modell ist mit Matrix-LED-Lichtern („IQ Light“) ausgestattet. Als Hybrid hat der Golf 8 GTE selbstredend zwei getrennte Tankkappen. Der Typ-2-Anschluss (ohne CCS) findet sich vorne links, Benzin wird hinten rechts nachgefüllt.

Beim Blick nach innen setzt sich der erste Eindruck fort. Die Sitze sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig geformt, laden aber beim Probesitzen sofort zu angenehmen Fahrstunden ein. Der Sitzkomfort ist wirklich sehr hoch und ein Detail, das den VW von Billigmarken abstufen dürfte. Auch das Farbmuster der Sitze, welches minimal retro wirkt, passt gut in das Gesamtbild.

Viel Licht und wenig Knöpfe

Mit dem Golf 8 startet bei VW eine neue Ära: Denn das beliebteste Modell des Hauses wird seinen Knöpfen beraubt und erhält quasi alle Steuerungen per Touch-Bildschirm. Lediglich Licht und Temperatur lassen sich noch via „Drücken“ steuern – wobei auch hier reine Touch-Felder ohne haptische Rückmeldung verbaut sind. Und wie funktioniert die Bedienung über Bildschirm? Gruß nach Wolfsburg: Da werden wohl Überstunden nötig. Mann, Mann, Mann, das ist wirklich nicht gut gelöst. Wenn man als schwitzender Autofahrer auf der Suche nach der Klimaanlage durch die Menüpunkte rattert und jedes Mal wieder von der Straße wegblicken muss, dann ist das nicht nur nervig sondern ohne helfenden Beifahrer auch schlicht ein Sicherheitsrisiko. Das Menü von VW ist eine lupenreine Katastrophe und sollte dringend verbessert werden.

Leider setzen sich die Bedienungsprobleme auch am optisch schicken Lenkrad fort. Lautstärke und so weiter – kein Problem. Will man aber den Tempomaten steuern, gilt es, die Taste + leicht zu drücken, um das Tempo um 1 km/h zu erhöhen. Drückt man die Taste komplett durch, werden 10 km/h addiert. Leider reagiert das System aber verzögert auf den Tastendruck und manchmal kommt es vor, dass der GTE aus dem Nichts 30 km/h dazu addiert, mit der Folge, dass die Karre plötzlich anschiebt, während der überraschte (und nach wie vor schwitzende) Fahrer aus dem Bedienen gar nicht mehr heraus kommt. Tipp am Rande: Die Verkehrszeichenerkennung hat immer Vorrang und eliminiert jeden mühsam eingestellten Tempomaten im Bruchteil einer Sekunde. Deshalb sollte dieses tendenziell überflüssige Assistenzsystem am Besten ausgeschaltet werden.


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