Tesla lässt Batterien in Grünheide herstellen

Ein technisch anspruchsvolles Unterfangen: Die Batterie in einem Elektroauto, hier in einem Opel Corsa e.
© Foto: Malte Ossowski / SVEN SIMON / picture alliance

Manche deutschen Autohersteller steigen selbst in die Produktion von Batteriezellen ein, manche kaufen sie zu. Tesla-Chef Musk sagt, wie die Pläne seines Unternehmens für die Fabrik bei Berlin sind.


Datum:
27.07.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
2 min

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Der US-Elektroautohersteller Tesla will für seine geplante Fabrik in Grünheide bei Berlin die benötigten Batterien selbst am Ort herstellen. "Es wird eine lokale Zellproduktion geben, die den Bedürfnissen der Berliner Fabrik gerecht wird", sagte Tesla-Chef Elon Musk nach Angaben des Unternehmens vom Freitag bei einer Online-Konferenz zu den Zahlen des zweiten Quartals. Tesla will vom Sommer 2021 an Elektroautos in Grünheide in Brandenburg produzieren und sein Ziel von rund 500 000 Stück pro Jahr möglichst schnell erreichen. Bisher war offen, ob es auch eine lokale Batteriezellenproduktion geben wird, die Rede war nur von Modulen.

Die Frage, ob sich der Aufbau eigener Zellproduktionen lohnt, bewegt die Auto- und Zulieferbranche seit mehreren Jahren. Das Vorhaben ist extrem teuer. Wer selbst herstellt, reduziert dafür die Abhängigkeit von den großen asiatischen Zellproduzenten und das Risiko von Lieferengpässen. Davor warnt vor allem die Politik, die mehrere Initiativen für den Aufbau einer Zellproduktion in Deutschland und - länderübergreifend - in Europa angestoßen hat. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Großprojekte zur Batteriezellinnovation. Die Konzerne selbst sehen das meist deutlich entspannter und verweisen auf langfristige Lieferverträge.

Schub für Wirtschaftsstandort Brandenburg

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zeigte sich erfreut, dass Musk angekündigt habe, in Grünheide kurzfristig auch die Planung für eine Batteriefabrik zu beginnen. "Es freut mich sehr, dass Tesla und Elon Musk an unseren Standort glauben", erklärte Steinbach. "Wenn auch dieses Projekt umgesetzt wird, wird das die Wirtschaftskraft Brandenburgs weiter stärken und uns als Wirtschaftsstandort international noch interessanter machen."

Die vollständige umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik durch Brandenburg liegt noch nicht vor. Deshalb baut Tesla auf eigenes Risiko. Mit einem fünften Antrag auf eine vorzeitige Genehmigung will das Unternehmen den Bau weiter vorantreiben. Der Antrag umfasse für Gießerei und Presswerk die Gründung mit Pfählen, Gebäudehüllen, Tragkonstruktion und Innenausbau, teilte das Brandenburger Umweltministerium mit. Außerdem plane Tesla den vorzeitigen Beginn für vorläufige Entwässerungseinrichtungen, Leitungen und Wasseraufbereitung. Die «Märkische Oderzeitung» hatte zuvor darüber berichtet. Tesla muss allerdings Unterlagen nachreichen. Das gesamte Projekt ist umstritten. Naturschützer fürchten negative Folgen für die Umwelt. (dpa)

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