Marktübersicht: Deutschland hinkt bei E-Mobilität noch hinterher

Noch fehlt den E-Auto Verkaufszahlen in Deutschland die Durchschlagskraft
© Foto: Dipego/Fotolia

Ist Deutschland bereit für Elektromobilität? Und zwar nicht nur die Unternehmen, die die Fahrzeuge herstellen. Sind auch die Menschen bereit solche Fahrzeuge zu kaufen? Eine neue Marktübersicht zeigt eine Bestandsaufnahme der Situation und stellt auch klar, dass nicht nur in Deutschland beim Thema E-Mobilität noch viel zu tun ist.


Datum:
25.08.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
4 min

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren



Deutschland hat in Sachen E-Mobilität noch einiges aufzuholen. Zu diesem Schluss kommt das Management- und Beratungsunternehmen Bearing Point, das den weltweiten Absatzmarkt analysiert hat. Wichtig ist im Vorfeld zu erwähnen, dass sich die Firma auf Zulassungsdaten aus dem Jahr 2019 bezieht, also hat beispielsweise die erhöhte Förderprämie in Deutschland darauf noch keine Auswirkungen gehabt. In der Marktübersicht stellt Bearing Point die weltweite Situation in verschiedenen Ländern gegenüber. 

Lage in Deutschland

Den Zahlen nach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr über 3,6 Millionen Pkw zugelassen. Nur rund 1,8 Prozent davon, also gut 63.000 Stück, waren sogenannte BEV (battery electric vehicle). Die absolute Mehrheit von über 90 Prozent teilten sich demnach Benzin und Diesel. Schuld daran ist nach Meinung von Dr. Stefan Penthin, globaler Leiter Automotive bei Bearing Point, vor allem die Leistung der Autos. "Die Reichweite ist oft zu gering und das Angebot der großen Autohersteller bei E-Modellen noch sehr überschaubar. Auch lässt die öffentliche Ladeinfrastruktur zu wünschen übrig.“ 

Lage in anderen Ländern

Beim Blick auf die Weltkarte mit den Absatzzahlen ausgewählter Länder (unten zum Download) fällt auf: Es geht nicht nur Deutschland so. Egal ob Österreich (Zulassungsanteil rund 2,8%), Frankreich (1,9%), Spanien (0,8%) - viele Länder haben im letzten Jahr immer noch wenige Elektrofahrzeuge auf ihre Straßen gebracht. Minimal besser stehen die USA da, wo im vergangenen Jahr etwa 5% aller zugelassenen Pkw elektrisch waren. Auch der oft so hochgelobte skandinavische Raum glänzt in der Marktübersicht von Bearing Point nur mittelmäßig. Dänemark erreicht einen Anteil von 2,45%, Finnland 1,6% und Schweden immerhin knapp 4,4%. Die wirklich einzige große Ausnahme ist Norwegen mit einem Zulassungsanteil von mehr als 42%. 

Diese Zahlen sind ein Teil der Wahrheit. Die Erhebung zeigt aber noch obendrein, wie stark die Entwicklung in den verschiedenen Ländern ist. Die Wachstumsrate an Elektrofahrzeugen im Jahr 2019 (verglichen mit 2018) lag beispielsweise in Deutschland bei gut 75%. China erreicht ein Plus von 23,3 %. Spitzenreiter sind die Niederlande mit fast 160%. So gesehen dürfte man sich in Deutschland zumindest auf einem einigermaßen richtigen Weg wähnen, wenn die Elektromobilität die Zukunft sein soll. Das sieht auch Bearing Point so. Das Unternehmen rechnet in den nächsten Jahren mit steigenden Absatzzahlen für Elektroautos in der Bundesrepublik. 

Marktübersicht

HASHTAG


#Studien

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


netzwerk-A ist das Onlineportal mit Antworten und Praxiswissen zu allen alternativen Antrieben. Das Onlineportal bündelt die alternativen Antriebsformen Elektromobilität, Hybrid oder Plug-in-Hybrid-Antriebe, LPG, CNG, Erdgas, Wasserstoff-Fahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. netzwerk-A vergleicht alternative Antriebe und bietet umfassende Marktübersichten zu den nachhaltigen Antrieben der neuen Mobilität. netzwerk-A bietet dem Nutzer regelmäßig Anwenderberichte, Best-Practice-Beispiele, How-to-Anleitungen und Checklisten, um das Fahren und Transportieren mit alternativen Antriebsarten heute, morgen und übermorgen in nachhaltige Mobilitätskonzepte zu integrieren. Wie die Infrastruktur für die neue Mobilität aufgebaut wird und welche Förderungen es für nachhaltige Antriebe gibt, beantwortet die Onlineplattform netzwerk-A von Springer Fachmedien München. netzwerk-A wendet sich an Autohäuser, Speditionen und Logistik-Unternehmen, Fuhrparkmanagement, Transportunternehmen und ÖPNV-Betriebe.