Die Fahrt


Datum:
17.08.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
7 min

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Während der Fahrt zeigt sich schnell, wie angenehm ruhig das Reisen mit dem E-Niro ist. Insbesondere im Stadtverkehr ist man gerne mal 10 km/h schneller, als gefühlt. Der Fahrer ist also gut beraten zumindest ein halbes Auge immer in die Nähe des Tachos blinzeln zu lassen, weil es sonst schnell teuer werden kann. Der Verbrauch wird von solchen kleinen Ausritten kaum beeinflusst. Der kombinierte Normverbrauch liegt bei 15,9 kW, in der Stadt sind es 11,8. In unserem Test haben sich diese Werte auch so bestätigt. Anders wird das allerdings, wenn man im Winter mehrere Komponenten gleichzeitig laufen lässt. (Heizung, Handylader, HiFi-Anlage…). Dabei kann die Verbrauchsanzeige schnell mal auf 75 kWh klettern. Aber eben nur für den Moment.

Reichweite

Kommen wir zur Königsdisziplin im Reich der Stromer: Die Reichweite. Da braucht sich der E-Niro nun wirklich nicht verstecken. Mit 455 Kilometern im Mix und 615 im reinen Stadtmodus hat der Crossover durchaus Dienstwagencharakter. Und das, obwohl in ihm ordentliche Beschleunigungspower steckt. Die Gardedistanz von 0 auf 100 km/h schafft der Kia in beachtlichen 7,8 Sekunden. Das Ende der Fahnenstange ist schließlich bei 167 km/h erreicht. Dieser theoretische Wert wird im Praxisalltag wohl eher selten erreicht werden, wenn man nicht alle paar Momente nach der nächsten Ladesäule suchen will.

Apropos Laden. Wer mit dem Stromer unterwegs ist, ist gut damit beraten sich noch eine externe App mit einer Übersicht über Lademöglichkeiten anzuschaffen. Das Kartenmaterial an Bord des Kia ist nicht immer aktuell. Immerhin gibt es den E-Niro endlich mit dreiphasigem Onboard-Lader, wenn auch nur für 410 Euro Aufpreis (plus gut 330 Euro für das passende Kabel, beide Werte netto). Im Wechselstrombetrieb kann das Auto an drei Phasen mit insgesamt 10,5 kW geladen werden. Wer den Wagen an eine Gleichstromsäule mit mindestens 80 kW stöpselt, kann sich in deutlich weniger als einer Dreiviertelstunde mit 80 Prozent Ladung wieder hinter das Steuer setzen.

Viel für’s Geld

Wer den E-Niro auf Top-Niveau haben möchte, der muss auch etwas Geld auf den Tresen legen. In der sogenannten Spirit-Version gibt’s den Kia unter anderem mit LED-Scheinwerfern, induktivem Handyladen und Spurassistenten samt Totwinkelwarner. Insgesamt landen wir bei der Ausführung mit der großen Batterie bei gut 37.000€ netto, minus Umweltprämie von aktuell satten 9.000 Euro. Das ist viel Geld. Aber dafür gibt’s auch ein alltagstaugliches Elektroauto, das viel zu bieten und nur wenig zu verstecken hat.

Kia E-Niro 64 kWh Spirit

ab: 38.479 € 150 kW/204 PS
395 Nm 7,8 s 0-100 km/h, 167 km/h max
WLTP: 15,9 kWh, 0 g/km Reichweite Stadt: 455 km
4.375 x 1.805 x 1.560 mm Kofferraum 451 - 1.405 Liter
Effizienz: A+ Wartung: 15.000 km/12 Monate

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