ID.4 von VW ab sofort bestellbar

netzwerk A-Redakteur Rocco Swantusch hatte die Möglichkeit den ID.4 schon vor Verkaufsstart von außen und innen kennenzulernen
© Foto: Martin Meiners/Volkswagen

Der neue ID.4 von Volkswagen wird immer wieder als „Raumwunder“ bezeichnet. Dabei dürfte auch die Reichweite des Stromers für Aufmerksamkeit sorgen.


Datum:
23.09.2020
Autor:
Fabian Faehrmann, Rocco Swantusch
Lesezeit: 
8 min

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Das Thema E-Mobilität hatte bei VW zuletzt eher bedeckte Schlagzeilen verursacht. So musste man den Kleinstwagen e-Up vom Bestellprozess ausschließen, da die Nachfrage zu hoch war. Eigentlich ein Luxusproblem, aber für langfristiges Vertrauen sorgt das natürlich nicht. Der Einschnitt war so groß, dass man bei den Schwesterfirmen Skoda und Seat die jeweiligen Modelle auf der Plattform ebenfalls streichen musste. Böse Zungen behaupten gar, dies sei ein absichtlicher Wegbereiter für bessere Verkaufszahlen beim neuen Spitzenmodell.

Und damit lassen wir auch das Kramen in der Gerüchteküche bleiben und widmen uns dem neuen Flaggschiff in der Volkswagen Elektroflotte: Es hört (dank Sprachsteuerung im wahrsten Sinne des Wortes) auf den Namen ID.4 und ist ab sofort in der Version 1st Edition bestellbar.

Die Daten

Schauen wir uns zunächst die elektrischen Argumente des Crossovers an: Die ab sofort bestellbare Version gibt es in zwei Varianten – als Einstiegsmodell für 49.950 Euro und das Max-Modell, das 10.000 Euro teurer ist. Beide haben jeweils eine Batterie mit 75 kWh-Kapazität, im kommenden Jahr soll auch eine Variante mit 52kWh angeboten werden. Zum Verkaufsstart spendiert Volkswagen den Autos einen 11 kW AC- und 125 kW DC-Lader. Damit ist im Wechselstrombereich das dreiphasige Laden in Deutschland möglich- schön! Kommendes Jahr wird die First Edition als Einstiegsmodell mit 7.2 kW Lader angeboten – das ist widerum unschön, denn so lädt es sich daheim nur sehr mühsam. Auch der Gleichstromlader wird auf 50 kW eingestampft, es gibt aber wohl eine Kaufoption für einen 100 kW-Lader. Angetrieben wird der ID.4 von einem Heckmotor mit 150 kW (204 PS), es wird auch eine Allrad-Variante mit zusätzlichem 75-kW-Motor an der Vorderachse geben.

Wir bleiben jetzt zuerst bei den beiden Modellen, die ab sofort bestellbar und übrigens auf jeweils 27.000 Exemplare limitiert sind. Die Batterie bringt nach WLTP-Standard eine Reichweite von 520 Kilometern auf die Straße. Das ist eine Ansage. Wenn sich dieser Wert bewahrheitet, was sich nach der Darstellung der Zahlen zumindest andeutet, dann eröffnet VW hier eine neue Ära.

Das Innenleben

In der Grundversion steht der ID.4 auf 20 Zoll-Rädern, ist mit dem sogenannten Exterieur-Style-Paket ausgestattet und verfügt über dunkle Verglasung. Zum Serienumfang gehören das Navigationssystem Discover Pro, vier USB-Buchsen, Fronst Assist, ACC und ein Lane Assist. Im wahrsten Sinne des Wortes spürbar dürfte sich die Arbeit der neuen Wärmepumpe auswirken, die das Auto hocheffizient heizen soll. VW verspricht bis minus 25 Grad eine Energieersparnis von drei bis vier kWh auf 100 Kilometer, was sich natürlich unmittelbar in Reichweite umrechnen lässt. Zu guter Letzt kann die Basisversion via Anhänger noch maximal eine Tonne last hinterherziehen.

Noch exklusiver geht es in der Max-Version zu. Diese rollt auf 21 Zöllern auf den Hof und sorgt mit LED-Matrix-Scheinwerfern für gute Sicht bei schweren Bedingungen. Im Paket enthalten sind eine Progressivlenkung, adaptive Fahrwerksregelung, elektrisch einstellbare Sitze, ein Panorama-Glasdach, 3-Zonen Climatronic und last but not least eine elektrische Heckklappe. Zu den Highlights im Interieur zählen sicherlich das Augmented-Reality-Head-up-Display, das die Windschutzscheibe zum kleinen Kino verwandelt, und Helfer wie der Travel Assist, der Side Assist und der Emergency Assist.

Und jetzt widmen wir uns noch dem Begriff "Raumwunder". Trifft der zu? Wir sagen: Ja. Der Kofferraum alleine fasst schon 543 Liter. Insgesamt lässt sich mit Umklappen der Sitzbank ein Volumen von bis zu 1575 Litern erzeugen. Das ist zwar nicht das Format Kastenwagen, aber durchaus achtsam. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Mitfahrer im Fond gut Raum haben, ohne sich beengt fühlen zu müssen. Schlussendlich bleibt auch größeren Fahrern noch ausreichend Luft über der Kopfplatte, sodass sich der Begriff Raumwunder insbesondere mit dem Hintergedanken, dass wir immer noch von einem Elektroauto sprechen, durchaus rechtfertigen. 

Vor-Fazit

Da es kaum belastbare Langzeit-Fahrwerte des ID.4 gibt, müssen wir uns noch mit einem Zwischenergebnis begnügen. Dieses deutet aber an, dass das neue Strom-Flaggschiff aus dem Hause Volkswagen als Angriff auf die Großen der Branche zu werten ist. Exklusive, zukunftsgerichtete Technik paart sich hier mit vielversprechender Reichweite und einem Preis, der teils maximal förderfähig ist. Außerdem ist sogar das vorläufige Topmodell 1st Max noch immer mit 0,25 Prozent als geldwerter Vorteil versteuerbar – noch ein Argument. Wer noch eins möchte: Der ID.4 muss gerade mal alle zwei Jahre zur Inspektion - unabhängig von den geleisteten Kilometern. Das ist schon eine breite Palette, die den Stromer in einem schönen Licht dastehen lässt. Bleibt zu hoffen, dass VW nicht wieder eine Lieferpanne passiert. Denn noch einmal werden die Kunden das nicht verzeihen – erst recht nicht beim Vorzeigemodell.


Der Volkswagen ID.4

Bildergalerie

Sitzprobe im VW ID.4

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