ID.3 Deutschlandtour im Detail: Etappe 1: München - Stuttgart

Auf der ersten Etappe bekam der ID.3 auch große E-Fahrzeuge zu Gesicht
© Foto: Michael Blumenstein

Die Elektrifizierung des Fuhrparks birgt viele Vorteile – und einige Nachteile. Die Chefredakteure der Autoflotte und der VerkehrsRundschau haben sich auf elektrisierende Deutschlandtour begeben und Menschen sowie Unternehmen besucht, denen Strom am Herzen liegt.


Datum:
21.01.2021
Autor:
Michael Blumenstein
Lesezeit: 
10 min

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Lass uns das machen. Das sagte ich zu meinem Kollegen Gerhard Grünig vom Schwestermagazin VerkehrsRundschau, als er meinte, „man müsste mal eine Tour mit dem ID.3 machen, um zu schauen, was er auf der Langstrecke kann“. Gesagt, getan. Doch einfach nur eine Runde quer durch Deutschland zu drehen und auf die Lade-infrastruktur zu schimpfen, wäre nicht sonderlich originell. So haben wir uns diverse Ziele gesetzt, die einen guten Mix aus Entfernung, Ladenotwendigkeit und interessanten Gesprächspartnern bieten. Zeitfenster: drei Tage. Plus zwei Termine in München, die sich nicht direkt in die Tour integrieren ließen.

Das Thema mit der Reichweite

Ein Thema bei der nicht elektrofahrenden Bevölkerung lautet nach wie vor: Wie weit kommt das Elektroding denn so? Wo lädt man das überhaupt? Und was ist, wenn man ohne Strom liegen bleibt? Gerade letzter Punkt ist ein interessanter. Denn wenn ein E-Auto leer ist, steht es. Und zwar genau dort, wo es steht. Abschleppen? Ist möglich, jedoch ausschließlich auf einem Plateaufahrzeug (Abschlepper). Dieses benötigt einen Kran. Denn ohne Strom bewegt sich der gut 1,8 Tonnen schwere VW ID.3 keinen Meter – nicht wegen des Gewichts, der Magneten im Antrieb wegen. Kein Kraftstoff ist beim Benziner nur ärgerlich. „I’m walking“ klingt bei einigen noch in den Ohren und zugleich denkt man an die Werbung mit dem Mann und seinem blauen Ersatzkanister in der Hand, der schwitzend zur Tankstelle tanzt. Übrigens – das war 1991!

Wir sind 30 Jahre älter und aktuell tanzt keiner mehr. Die Freude ist hingegen groß, wenn eine öffentliche Ladesäule mit fairen Preisen den Weg kreuzt. Denn eine mehr oder minder ähnliche Preisstruktur, wie wir sie bei Benzin, Diesel, CNG und LPG haben, gibt es beim Strom (noch) nicht. Von daher tut es weh, ein Kilowatt für einen Euro zapfen zu müssen. Das ist an den Schnellladern, die sich meist an Autobahnraststätten befinden, nicht selten der Fall. Die „nächste“ anfahren, ist nicht immer möglich, weil zu weit, zu voll, zu defekt.

Die Idee mit dem Akku

Bereits 2017 dachte sich Hyundai daher, man müsse gestrandete E-Mobilisten Power geben – überall. Überall bezog sich fortan auf den Großraum Hamburg, Mönchengladbach und somit das Ruhrgebiet sowie Landsberg am Lech und Umgebung. Zusammen mit dem ADAC und dem Autohaus Sangl (E-Pionier der ersten Stunde) hat Hyundai drei Ioniq-E mit Ersatzakku im Kofferraum ausgerüstet. Via CCS und freigeschaltetem bidirektionalem Laden konnten die ADAC- und Autohaus-Sangl-Ioniq-E in 15 Minuten so viel Energie an Liegenbleiber spenden, dass eine Weiterfahrt zur nächsten „echten“ Ladesäule möglich war. „Hyundai kam damals auf uns zu und wir als ADAC probieren so etwas immer gerne aus“, sagte Ludger Kersting, Managing Director der ADAC Service GmbH, im Gespräch und verwies sogleich auch auf den Brennstoffzellen-Chevrolet (HydroGen4), der ab 2009 als Straßenwachtfahrzeug in Berlin unterwegs war. Vom ADAC-Ioniq-E war Kersting ebenfalls fasziniert, weil „ein E-Auto einfach andere E-Autos lädt“ und ergänzt im gleichen Atemzug, „in Zukunft brauchen wir das jedoch nicht mehr, denn die Ladeinfrastruktur wird zusehends besser“. Was jedoch nicht heißt, dass keine Liegenbleiber mehr vorkommen werden. Ganz im Gegenteil, denn nun startet laut Kersting das Gros der Autofahrer ins E-Zeitalter und wie beim Verbrenner vergessen sicherlich einige mal das „Tanken“. Auch Jürgen Sangl sagt, dass der Stromspender-Ioniq eine gute Idee war. Wirklich oft kamen die drei Hyundais aber nicht zum Einsatz, eher waren sie gern gesehene Gäste auf diversen Hyundai- und Elektrofahrzeug-Treffen.

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