Dauertest mit Erdgas-Skoda

Verschnaufpause an der Elbe. Beim Grünsein ist der Skoda Scala G-Tec vorne mit dabei.
© Foto: Dani Heyne

Ein halbes Jahr haben wir nahezu alle entfernteren Ziele mit dem Skoda Scala angesteuert. Nichts Besonderes. Mehr als die Hälfte der knapp 19.000 km sind wir nahezu CO2-neutral gefahren. Wie geht das?


Datum:
12.11.2020
Autor:
Michael Blumenstein / FF
Lesezeit: 
10 min

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Alle Welt spricht vom CO2-einsparen, -neutralisieren, -kompensieren, -vermeiden. Und von Corona. Begleitet uns das Eine seit Jahrzehnten, ist das Andere nicht einmal ein Jahr „auf dem Markt“. Praktiziertes Gegenmittel in Coronazeiten? Das eigene Auto verstärkt nutzen, den Dienstwagen auch, wenn er vorhanden ist. Klar, dass dieses Vorgehen das zuerst genannte Thema – CO2-Vermeidung – konterkariert. Als Wiedergutmachung sehen einige Menschen die Elektromobilität. Immerhin stößt man lokal keine Emissionen aus. Dass der Strom zwingend grün sein muss, um wirklich weniger umweltschädlich zu sein, wissen viele, nutzen tun es bislang aber erst 42 Prozent der aller Stromkunden (Quelle, Umweltbundesamt für das Jahr 2019). Dabei ist der Mehrpreis gering und: Elektromobilität ergibt mit Nutzung von Atomstrom und dem aus fossilen Stoffen keinen Sinn.

Steueranreiz auch für CNG-Fahrzeuge

Ein Anreiz ist aktuell der Steuerbonus, den der Rest der Gesellschaft mitträgt, und die Einmal-Subvention ebenso. Eine Rechnung, die also primär für die aufgeht, die sich jetzt ein elektrifiziertes Fahrzeug anschaffen. Und natürlich für den Staat und die Automobilindustrie, senken sie auf die elektrische Art ihren CO2-Fußabdruck „nachhaltig“ – 95 Gramm dürfen es im Schnitt aller verkauften Fahrzeuge sein; bei PSA ein paar weniger – und die sind auf der richtigen Spur –, bei Daimler deutlich mehr, und die sind bislang dennoch drüber. Wie sinnvoll diese Rechnungen sind, steht auf einem anderen Blatt. So gibt es aus Unternehmenskreisen bei Daimler die Info, dass Fahrzeugauslieferungen seit September 2020 so „gemanagt“ werden, dass der Stuttgarter Konzern noch eine Punktlandung bei den eigenen CO2-Zielen hinlegt. Das bedeutet auf der einen Seite Auslieferungsstopp für CO2-Intensivtäter (bspw. AMG-Modelle), und eine gezielte Auslieferung von Plug-in-Hybriden auf der anderen Seite, um das Ziel nicht über zu erfüllen. Denn 2021 wird neu gerechnet. Und Hersteller, die 2020 einen niedrigeren Flottenverbrauch erzielten als nötig, werden 2021 bestraft, da sie dann einen noch niedrigeren Wert erreichen müssten als den bis dato errechneten. Logisch, dass eine Punktlandung das einzige Ziel sein kann.

Fahrzeuge mit Erdgasmotoren gehen leer aus. Lediglich beim Treibstoff subventioniert der Staat, jedoch minimalinvasiv. Die Folge: Erdgasautos werden übersehen, belächelt und sogar infrage gestellt. Keine Tankstelle, gefährlich, lahm sind ein paar Vorurteile. Und wenn selbst der Volkswagen-Konzern die Technik ad acta legt, wie unlängst unnötigerweise verkündet, fangen auch Fans an zu zweifeln.

Derzeit ist Volkswagen mit den Marken Audi, Seat, Skoda und VW der Konzern, der noch eine Fülle an Erdgasmodellen im Programm hat. Ganz neu dabei: Audi A3 g-tron, Seat Leon TGI sowie Skoda Octavia G-Tec und VW Caddy TGI und Golf TGI. Fiat war bislang immer ein Vorzeigepartner beim Thema Erdgas, verabschiedet sich aber auch peu a peu und hat lediglich den Panda Natural Power im Pkw-Angebot. Bei den leichten Nutzfahrzeugen sind die Italiener hingegen die einzigen, die überhaupt etwas anbieten.

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