Wasserstoff-Verbrennungsmotor für Lkw?

Fährt bereits mit H2-Verbrennungsmotor: Der DAF XF Hydrogen (Prototyp)
© Foto: DAF Trucks

Alle Verbrennermotoren sind umweltschädlich. Alle? Nicht unbedingt. Wasserstoff-Verbrenner könnten in einigen Jahren eine grüne Alternative zu Diesel oder Erdgas sein.


Datum:
10.01.2022
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
10 min

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Der Abschied vom Verbrenner fällt schwer. Vielleicht ist er auch gar nicht nötig. Denn einige Hersteller experimentieren mittlerweile mit Lkw-Aggregaten, die weder mit Erdgas noch mit Diesel oder Benzin angetrieben werden – sondern mit Wasserstoff.

Das Prinzip ist nicht neu. Anfang der 2000er-Jahre brachte BMW den „Hydrogen 7“ auf den Markt – ein Pkw selbstredend. Allerdings wurden nur rund 100 Fahrzeuge des Typs produziert, danach stellte der Motorenhersteller die Fertigung schon wieder ein. Ein Flop, möchte man denken. Doch nun scheint die Technik „von damals“ wieder aufzublühen. Denn, wie eine Umfrage unseres Schwesterportals, der VerkehrsRundschau, bei den Herstellern ergab, wird punktuell sehr gezielt mit dem Wasserstoff-Verbrenner experimentiert. Und: Es gibt sogar schon fahrende Ergebnisse.

Wasserstoff verbrennt kompliziert

Zunächst aber erst ein Blick auf die Technik in einem H2-Motor: Der Wasserstoff wird mithilfe einer Düse gasförmig in den Brennraum gespritzt und dort für gewöhnlich via Zündkerze entflammt. Allgemein hat das Gas andere Eigenschaften, wie es beispielsweise bei Diesel oder Benzin der Fall ist. Wasserstoff ist äußerst leicht entzündlich und benötigt dementsprechend wenig Energie, um die Verbrennung einzuleiten. Diese läuft schneller ab, als man es von anderen Stoffen kennt. Richtig eingesetzt kann das einen besseren Wirkungsgrad des Motors zur Folge haben. Allerdings führen diese Umstände auch zu Problemen: So neigen H2-Motoren häufiger zu Früh- oder Fehlzündungen.

Wasserstoff ist als kleinstes Element des Periodensystems auch gerne bereit, sich zu verflüchtigen, was bedeutet, dass das komplette System ziemlich dicht sein muss, um keine externe Zündung zu verursachen.

Nicht ganz sauber

Ein weiterer Punkt ist, dass auch bei der Wasserstoff-Verbrennung in einem Kolbenmotor ungewünschte Stoffe aus dem Auspuff kommen. Zwar besteht Wasserstoffgas lediglich aus einem Element – eben Wasserstoff – allerdings wird dieses vor der Verbrennung mit Luft vermischt, was je nach Verhältnis zur vermehrten Bildung von Stickoxiden führen kann. Diese können natürlich durch eine Abgasnachbehandlung herausgefiltert werden, wobei auch das populärste Mittel dafür, AdBlue, selbst auch geringe CO2-Emissionen verursacht (rund 1,6 Kilogramm pro Liter). Höchstwahrscheinlich wird in den Laboren der Welt aber auch schon an einer umweltfreundlichen Alternative für das Harnstoffgemisch geforscht.

Im Wasserstoffmotor wird außerdem auch ein Teil des Öles, welches zur Motorschmierung eingesetzt wird, verbrennen, wodurch ebenfalls geringe Kohlenstoffemissionen, wie etwa CO und CO2, entst­ehen. Insgesamt ist das H2-Aggregat aber erheblich sauberer als die gängigen Verbrennungsmotoren.

HASHTAG


#Wasserstoff

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