Erfahrungsbericht: Ein Jahr mit E-Lkw

Einer der beiden E-Force Lkw wird bei Contargo beladen
© Foto: Contargo / Simone Staron

Am 14. September 2020 hat man bei Contargo zwei Elektro-Lkw der Schweizer Marke E-Force in den Dienst gestellt. Ein gutes Jahr später fragen wir nach: Wie zufrieden ist man damit?


Datum:
27.10.2021
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
8 min

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren




Auf dem Containerterminal in Neuss geht es laut zu. Abgesehen vom dumpfen Knallen, wenn zwei Conainter aufeinander gestapelt werden, herrscht ein permanentes Grundrauschen, welches von anfahrenden Lkw, Schiffen und oder Zügen stammt. Nur zwei Fahrzeuge bahnen sich stumm ihren Weg durch das Gewusel: Die beiden E-Lkw der Marke E-Force, die für den Transportdienstleister Contargo im Einsatz sind. 

Ursprünglich stammen die Lkw aus der kleinen Gemeinde Fehraltorf, rund 15 Kilometer östlich von Zürich. Hier liegt die Produktionsstätte des Umrüsters E-Force One, der dieselbetriebene Zugmaschinen auf Elektroantrieb umbaut. Die AG gibt es seit 2012, ein Jahr nach der Gründung brachte man mit dem E18 den ersten Lkw auf den Markt. Heute umfasst das Portfolio je zwei 18- und 26-Tonner, darunter ein Fahrzeug für Spezialaufbauten und einen Sattelschlepper mit dem Modellnamen EF18 SZM. Dieser ist in zweifacher Ausführung auch bei Contargo in Neuss im Einsatz. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass nicht die Contargo Neuss GmbH, sondern das Schwesterunternehmen, die Rhenus Trucking GmbH & Co. KG, die Lkw gekauft und dann Contargo zur Verfügung gestellt hat.

E-Lkw unter Vollast

Bei dem Transportdienstleister ist man offen für neue Technologien. Wichtig war bei der Anschaffung aber vor allem, dass die strombetriebenen Lkw genauso eingesetzt werden können wie ein Diesel. So gesehen eignet sich Contargo hervorragend für einen wirklich alltagstauglichen Blick auf die Welt der alternativen Antriebe, denn die E-Force werden, wie alle anderen Lastwagen auch, gnadenlos bis zum Gesamtgewicht von 44 Tonnen ausgereizt.

Entsprechend leistungsstark müssen die beiden Schweizer auch sein. Im Inneren arbeitet ein Hybrid-Synchronmotor mit maximal 550 kW (748 PS) Leistung. Gespeist wird dieser von Akkupacks, die in der Konfiguration, die man sich bei Contargo ausgesucht hat, eine Kapazität von 350 Kilowattstunden haben. Die Reichweite gibt E-Force mit bis zu 450 Kilometern, abhängig vom Fahrprofil, an.

Andere Alltagserfahrungen

Diesen Wert wird Oktay Sakacali ob der Auslastung der Lkw nicht ereichen. Der 50-Jährige ist seit drei Jahren bei der Rhenus Trucking beschäftigt und fährt einen der beiden E-Force. „Pro Ladung schaffen wir etwa 200 Kilometer Strecke“, sagt er. „Wenn er denn fährt“, schiebt Sakacali noch nach. Denn ganz problemlos hat sich die Einbindung der zwei E-Force aus Sicht von Fahrer und Disposition nicht gestaltet.

Oktay Sakacali fährt einen der beiden E-Force bei Contargo
© Foto: Contargo / Simone Staron

Zu Beginn gab es einige Probleme, zum Beispiel, weil sich die Lkw über Nacht nicht voll aufladen ließen. Im ersten Winter sorgte zudem ein mittlerweile behobener Software-Fehler für einen kompletten Stillstand der Fahrzeuge. Mittlerweile laufen die Lkw aber weitestgehend stabil. Der Fahreindruck an sich ist ein guter: „Die Fahrt mit den Lkw macht schon Spaß“, meint Sakacali. „Der hat ordentlich Power, das läuft gut.“ Sakacali und ein Kollege sind übrigens die einzigen Mitarbeiter, die die E-Force bewegen dürfen. Denn nur sie haben eine spezielle Schulung für die Lkw erhalten. 

HASHTAG


#Praxisbericht

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


netzwerk-A ist das Onlineportal mit Antworten und Praxiswissen zu allen alternativen Antrieben. Das Onlineportal bündelt die alternativen Antriebsformen Elektromobilität, Hybrid oder Plug-in-Hybrid-Antriebe, LPG, CNG, Erdgas, Wasserstoff-Fahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. netzwerk-A vergleicht alternative Antriebe und bietet umfassende Marktübersichten zu den nachhaltigen Antrieben der neuen Mobilität. netzwerk-A bietet dem Nutzer regelmäßig Anwenderberichte, Best-Practice-Beispiele, How-to-Anleitungen und Checklisten, um das Fahren und Transportieren mit alternativen Antriebsarten heute, morgen und übermorgen in nachhaltige Mobilitätskonzepte zu integrieren. Wie die Infrastruktur für die neue Mobilität aufgebaut wird und welche Förderungen es für nachhaltige Antriebe gibt, beantwortet die Onlineplattform netzwerk-A von Springer Fachmedien München. netzwerk-A wendet sich an Autohäuser, Speditionen und Logistik-Unternehmen, Fuhrparkmanagement, Transportunternehmen und ÖPNV-Betriebe.