Erfahrungsbericht: E-Lkw im Test bei Ansorge Logistik

Stefan Hauke ist Assistent der Geschäftsleitung bei Ansorge Logistik
© Foto: Ansorge Logistik

Der mittelständische Logistikdienstleister setzt seit 2018 einen eigens entwickelten Elektro-Lkw ein. Stefan Hauke, Assistent der Geschäftsleitung, beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Erkenntnissen, die man in der Testphase mit dem Elektro-Lkw gewonnen hat.


Datum:
28.01.2021
Autor:
John Aukenthaler
Lesezeit: 
3 min

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Herr Hauke, wie kam es bei Ihnen im Unternehmen zu der Entscheidung für Elektro-Lkw?

Die Anforderungen der Kunden nach verringerten beziehungsweise null Emissionen im Transport sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Einen Großteil der langen Strecken wickeln wir daher seit Jahren im Kombinierten Verkehr Straße/Schiene ab. Ansonsten sind wir aber ganz konventionell mit Diesel-Lkw unterwegs. Speziell im Werksverkehr haben wir allerdings die Möglichkeit für einen elektrisch betriebenen Lkw gesehen.

Wie setzen Sie das Fahrzeug aktuell ein?

Das Fahrzeug wird im Nahverkehr und in der Werksentsorgung eingesetzt. Unser Projekt, die Entwicklung eines eigenen E-Lkw, ist allerdings abgeschlossen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Reichweite des Lkw?

Aktuell sind zwei Batterien in unserem Fahrzeug verbaut, mit denen man bei voller Ladung etwa 50 bis 60 Kilometer weit kommt, was aber beim Werkverkehr kein Problem ist. Je nach Anforderung können aber bis zu vier Batterien eingebaut werden. Abhängig ist die Reichweite jedoch auch von bestimmten Einflüssen, etwa den Streckenverhältnissen und dem Ladungsgewicht.

Wie sieht es dabei mit den Lademöglich­keiten aus?

Unser Fahrzeug könnte theoretisch über ein Kabel an einer 32-Ampere-Steckdose geladen werden. Damit haben wir die Möglichkeit, nahezu überall zu laden – was aber relativ lang dauert. Für den täglichen Einsatz haben wir uns deshalb eine mobile Ladestation bauen lassen, die in einer Wechselbrücke integriert ist. Diese kann dann je nach Einsatzzweck und -ort auch bei Kunden aufgestellt werden. Mit der Ladestation sind dann auch höhere Ladeleistungen bis 150 Kilowatt möglich.

Zum Abschluss: Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an, um E-Lkw fit für die Zukunft zu machen?

Das Thema Ladeinfrastruktur spielt eine entscheidende Rolle. Wir könnten beispielsweise nicht sagen, dass wir ab morgen fünf E-Lkw einsetzen. Die Leistung, die wir auf unserem Betriebsgelände zur Verfügung haben, reicht überhaupt nicht aus, um diese Anzahl an Fahrzeugen gleichzeitig mit Strom zu versorgen. Hier muss auch vonseiten der Energieversorger noch einiges getan werden. Deshalb kann es sich bei batteriebetriebenen Lkw derzeit nur um eine Übergangslösung handeln.

 

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