Ein E-Lkw namens Bax

Rahmen: Isuzu. Rest: BPW. So entsteht der Bax 7,5 
© Foto: Bax

Mit dem Bax 7,5 spielt ein neuer Hersteller auf dem Markt der vollelektrischen Verteiler-Lkw mit. Der E-Laster ist ein Gemeinschaftsprojekt des Achsenherstellers BPW und des Fahrzeugumbauers Paul aus Passau. 


Datum:
16.11.2021
Autor:
Jan Burgdorf
Lesezeit: 
6 min

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Beim Namen BPW kommen Ihnen Trailer-Achsen und -Fahrwerke in den Sinn? Völlig richtig, aber neuerdings kommt bei der „Bergischen Achsen KG“ ein weiteres Geschäftsfeld hinzu, denn das Unternehmen geht unter die Fahrzeugbauer. Dafür tut man sich mit dem Umbauspezialisten Paul aus Passau zusammen, der bekanntlich schon manch beeindruckendes Spezialfahrzeug auf die Räder stellte.

Verglichen mit solchen, wirkt der für 7,5 Tonnen zugelassene „Bax“ unscheinbar, die Besonderheiten verstecken sich hier unter dem Blechkleid. Letzteres, sprich die Kabine, aber auch Vorderachse und Leiterrahmen stammen übrigens von der hierzulande wenig populären N-Serie des japanischen Herstellers Isuzu. Anders als dessen Vierzylinder-Diesel bewegt sich Bax allerdings flüsterleise vollelektrisch vorwärts.

Zwei Elektromotoren in der Hinterachse integriert

Und hier kommt BPW ins Spiel. Bereits 2018 stellte das Unternehmen seine eigens entwickelte E-Hinterachse vor, die man fortan für die Umrüstung von betagten Mercedes-Benz Vario von Diesel- auf Elektroantrieb anbot, die übrigens ebenfalls der Fahrzeugumbauer Paul in Passau durchführt. Was das BPW-Antriebskonzept von anderen Elektro-Lkw unterscheidet? Kardanwelle oder Achsdifferenzial sind im Bax nicht zu finden. Innerhalb der Achse integriert BPW zwei Elektromotoren, die von dort aus direkt auf die Hinterräder wirken.

Mit beeindruckenden Kräften in Sachen Drehmoment – zumindest auf dem Papier: 3290 Newtonmeter ist jede der beiden E-Maschinen imstande zu leisten. Ergibt schier unglaubliche 6580 Newtonmeter Gesamtleistung, mit der die vier Hinterreifen des Bax aber kaum fertigwerden dürften, weshalb Regelsysteme sicher entsprechend eingreifen.

Die kompakt bauenden Motoren und die oben erwähnte reduzierte Anzahl von Bauteilen soll sich auch bei der Nutzlast positiv widerspiegeln – erfahrungsgemäß eine Achillesferse eines 7,5-Tonners. Dagegen soll beim Bax ein Leergewicht von 3,5-Tonnen möglich sein – selbstredend ohne Aufbau.

Zwei Batteriepakete lieferbar, Reichweite bis zu 200 Kilometer

Dann dürfte allerdings zwingend das kleinere und damit leichtere 84-kWh-Akkupaket an Bord sein. Die 130 Kilometer, die laut Hersteller mit einer Stromfüllung zu schaffen sind, dürften vielen Transporteuren im urbanen Raum für ihre Liefertouren bereits genügen. Mehr Reserven – in Zahlen 70 Kilometer plus – schafft man sich durch den Griff zum größeren Batteriepaket mit 126 kWh; in beiden Fällen werden die Akkus übrigens von BMW i zugeliefert.

Nachladen lässt sich über zwei Wege, nämlich per Wechselstrom (AC) mit 22 kW oder mittels Gleichstrom (DC) deutlich schneller mit 100 kW. Bei letzterem Verfahren sollen die Akkus laut BPW innerhalb von 40 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen sein. Stichwort Kapazität: Neben dem 3465-mm-Standard-Radstand bietet BPW auch eine um 101 Zentimeter längere Version an. Für viele Transporteure dürfte der werksseitig erhältliche Kofferaufbau inklusive Palfinger-Ladebordwand erste Wahl sein, der laut Herstellerangabe bis zu 15 Europaletten wegschafft.

Wie so oft bei Elektro-Lkw nennt auch BPW bislang keine genauen Listenpreise für den Bax 7,5. Die Anschaffungskosten dürften aber deutlich über einem vergleichbaren Diesel liegen. Eine Differenz, bei der aber aktuell Vater Staat unter die Arme greift, indem er 80 Prozent der Mehrkosten Elektro zu Diesel übernimmt. Wen das überzeugt: Bax-Bestellungen nimmt BPW bereits entgegen, ausgeliefert werden soll ab kommendem Frühjahr



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