eActros: Junge Liebe im hohen Arbeitsalter

Didier Dischkewitz mit seinem "Baby"
© Foto: netzwerk A / Fabian Faehrmann

Didier Dischkewitz ist seit 50 Jahren im Logistikgewerbe tätig. Seit über 30 Jahren fährt er Lkw, viele davon für Schmitt Logistik in Ötigheim. Bald geht es für ihn in den wohlverdienten Ruhestand. Aber kurz davor hat er sich noch einmal ein bisschen verliebt – in einen Elektro-Lkw.


Datum:
20.10.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
7 min

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren




Seit knapp 1 ½ Jahren testet Logistik Schmitt am Standort Ötigheim einen eActros von Mercedes-Benz. Es handelt sich um einen Prototypen, der aber in den kommenden Jahren in Serie gehen soll. Mit dem Stromer werden Getriebedeckel in ein nahegelegenes Werk von Daimler gefahren. Für den Lkw verantwortlich ist Didier Dischkewitz, der Fahrerbetreuer bei Schmitt. Er nimmt uns mit auf eine Testfahrt.

Zuerst gibt es aber eine Namensschulung: „Das hier ist mein Baby.“, sagt Dischkewitz mit Blick auf den 25 Tonnen eActros. Der Lkw scheint wirklich einen Nerv bei dem Bremer getroffen zu haben. Immer wieder wird er während der Fahrt mit seinem Schützling sprechen, wenn dieser beispielsweise mit lautem Piepsen auf das Verlassen der offiziellen Fahrspur hinweist. Ihre Beziehung hat aber ein Ablaufdatum, denn Ende 2021 wird Dischkewitz in Rente gehen – dazu später aber mehr.

Der eActros wird bei Schmitt mit einem 80 kW CCS-Lader "betankt"
© Foto: netzwerk A / Fabian Faehrmann

Zuerst zeigt er mir aber, was sein 'Baby' so drauf hat. Auf dem Werksgelände tritt er mal kurz ordentlich auf’s Gas – der eActros zieht prompt und beschleunigt fast schon schneller als ein herkömmlicher Pkw. Mehrere Mitarbeiter an der Halle quittieren den spontanen Sprint mit „Sind wir hier auf der Rennstrecke?“-Rufen. Das ist natürlich nur mit einem Augenzwinkern gemeint. Denn fast jeder der Fahrer hätte Spaß an dem E-Lkw sagt Dischkewitz. Ans Steuer darf allerdings bei weitem nicht jeder.

„Alle Fahrer, die auf dem eActros fahren, werden jährlich unterwiesen.“, sagt der Fahrerbetreuer. „Sind sie bei der nächsten Schulung nicht dabei, dürfen sie das Fahrzeug nicht mehr bewegen." Bei der Unterweisung wird unter anderem gezeigt, wie der Lkw geladen wird, welche Kabel tabu sind und wie die Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, richtig eingesetzt wird. Aktuell ist es nur eine Handvoll Fahrer, die in drei Schichten auf dem Stromer eingesetzt werden.

HASHTAG


#E-Modelle

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


netzwerk-A ist das Onlineportal mit Antworten und Praxiswissen zu allen alternativen Antrieben. Das Onlineportal bündelt die alternativen Antriebsformen Elektromobilität, Hybrid oder Plug-in-Hybrid-Antriebe, LPG, CNG, Erdgas, Wasserstoff-Fahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. netzwerk-A vergleicht alternative Antriebe und bietet umfassende Marktübersichten zu den nachhaltigen Antrieben der neuen Mobilität. netzwerk-A bietet dem Nutzer regelmäßig Anwenderberichte, Best-Practice-Beispiele, How-to-Anleitungen und Checklisten, um das Fahren und Transportieren mit alternativen Antriebsarten heute, morgen und übermorgen in nachhaltige Mobilitätskonzepte zu integrieren. Wie die Infrastruktur für die neue Mobilität aufgebaut wird und welche Förderungen es für nachhaltige Antriebe gibt, beantwortet die Onlineplattform netzwerk-A von Springer Fachmedien München. netzwerk-A wendet sich an Autohäuser, Speditionen und Logistik-Unternehmen, Fuhrparkmanagement, Transportunternehmen und ÖPNV-Betriebe.