Daimler stellt Brennstoffzellen-Lkw vor

Daimler Vorstand Martin Daum (l.) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (r.) präsentieren den Wasserstoff-Lkw GenH2 von Mercedes-Benz
© Foto: Daimler Trucks AG

Erstmals hat ein deutscher Autobauer einen Brennstoffzellen-Lkw mit Wasserstoffantrieb vorgestellt. Der GenH2 Truck von Mercedes-Benz soll mit seiner Reichweite vorwiegend im Fernverkehr zum Einsatz kommen. Erste Testfahrten bei Kunden sind auch schon angepeilt.


Datum:
16.09.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
3 min

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Dass die Brennstoffzelle die Zukunft ist - darüber sind sich viele Experten einig. Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer schlug bei der Vorstellung des ersten Wasserstoff-Lkw von Mercedes-Benz in diese Kerbe. Der CDU-Politiker sprach davon, dass die Brennstoffzelle für manche Zwecke einfach die beste und sinnvollste Lösung sei. Die weitere Entwicklung und Forschung werde seitens der Bundesregierung mit insgesamt über neun Milliarden Euro gefördert. Ein Teil davon ging auch in die Erprobung des GenH2 von Mercedes Benz. 

Das vorgestellte Modell ist noch lediglich ein Vorführfahrzeug. Aber schon optisch zeigt sich, dass in dem Chassis Zukunft steckt. Der Lkw wird, so die Prognose des Herstellers, für den Fernverkehr konzipiert und soll bis zu 1000 Kilometer Reichweite bringen. Vielleicht auch irgendwann mehr. Das ist eine Hausnummer, die kein batterieelektrisches Transportfahrzeug bislang erreicht hat. Die Technologie baut auf mehrere Säulen: Daimler wünscht sich, dass der GenH2 vorwiegend mit flüssigem Wasserstoff angetrieben wird; das sei aufgrund der Energiedichte sinnvoller. Prinzipiell sei aber auch ein Antrieb mit gasförmigem H2 denkbar. In der Brennstoffzelle wird daraus Strom gewonnen, der entweder für den Antrieb verwendet wird oder, wenn gerade nicht so viel gebraucht wird, in einen Akku wandert. Dieser kann im Bedarfsfall, beispielsweise beim Überholen oder Bergauffahren, den Antrieb zu einem späteren Zeitpunkt unterstützen. Soweit die grundlegende Technologie. 

Viel Entwicklungsarbeit nötig

Trotzdem kamen die Vertreter aus dem Hause Daimler nicht umhin immer wieder zu betonen, dass auch ihr Produkt noch nicht serienreif sei. Es sei noch eine Vielzahl an Tests notwendig, meinte zum Beispiel Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck AG, bei der Präsentation. Zugleich wies er darauf hin, dass ein Dreierlei an Voraussetzungen nötig sei, damit die Brennstoffzelle auch den Durchbruch schaffen könne: Es brauche gute Produkte, eine gute Infrastruktur und bezahlbare Technik. Sei eine Komponente nicht gegeben, funktioniere das ganze System nicht mehr. 

Mercedes-Benz will den GenH2-Prototypen in den nächsten Jahren noch weiter verfeinern. Erste Einsätze bei Kunden sind laut Konzern für 2023 geplant. Ein Serienstart wird Stand heute in den nächsten fünf Jahren noch ausgeschlossen. 

HASHTAG


#Brennstoffzelle

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