Logistik schon vorhanden


Datum:
04.12.2020
Autor:
Julia Richthammer
Lesezeit: 
7 min

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren




Dadurch rückt ein enormer Vorteil der synthetischen Kraftstoffe stärker in den Fokus, den Uniti-Geschäftsführer Kühn so auf den Punkt brachte: „Wir haben heute eine flächendeckende weltweite Logistik für flüssige Energieträger. Sie haben das Tankstellennetz weltweit, Sie haben die Tanker, die Raffinerien, Sie haben Pipelines und Fahrzeuge.“ Kühn führte weiter aus, dass derzeit erste Anlagen geplant und gebaut würden, die 10.000 Tonnen E-Fuels pro Jahr herstellen können. Diese könnten in zwei bis vier Jahren zur Verfügung stehen. Diese Größenordnung sei aber nur ein Promille einer großen Raffinerie. So müsse man anschließend 100.000-Tonnen Anlagen bauen, das sei ein typischer Skalierungsprozess. „Realistisch betrachtet, kann man Mitte der dreißiger Jahre mit größeren Mengen rechnen, sofern wir die Rahmenbedingungen haben“, erklärte Kühn.

„Im Moment konzentriert sich die ganze Regulierung auf die E-Mobilität. Von den Zielen für die Fahrzeughersteller über die Besteuerung der Energie“, ergänzte MWV-Geschäftsführer Küchen. Unklar sei aber, ob das so funktionieren würde – ob man die nötigen Mengen an erneuerbaren Energien zur Verfügung stellen könne, ob die Nutzerbedürfnisse abgedeckt würden. „Man muss davon ausgehen, dass wir auch 2050 noch eine ganze Menge Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Markt haben werden. Es werden aber deutlich weniger sein als heute.“ Im Lkw-Bereich gehe man beim MWV davon aus, dass einen Teil Brennstoffzellen mit Wasserstoff betrieben abdecken würden. „Wir werden einen größeren Mix haben, aber wir werden nicht nur eine Lösung haben“, prognostizierte er.

Und an diesem Punkt nähern sich die Ansichten von Politik und Mineralölbranche einander wieder an, denn bei beiden scheint sich die Einstellung durchzusetzen, dass „One size fits all“ im Verkehr vermutlich nicht funktionieren wird. So wie Küchen feststellte: „Die Elektromobilität wird auch eine große Rolle spielen“, so äußern sich Politiker wie der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer wie folgt: „Verbrenner haben noch viel Potenzial, sowohl mit fossilen als auch mit synthetischen Kraftstoffen. In Deutschland gibt es aber eine zu starke Verengung auf das Thema Elektromobilität.“ Vielleicht trägt die neue Studie dazu bei, den Fokus wieder zu erweitern.

HASHTAG


#Studien

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


netzwerk-A ist das Onlineportal mit Antworten und Praxiswissen zu allen alternativen Antrieben. Das Onlineportal bündelt die alternativen Antriebsformen Elektromobilität, Hybrid oder Plug-in-Hybrid-Antriebe, LPG, CNG, Erdgas, Wasserstoff-Fahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. netzwerk-A vergleicht alternative Antriebe und bietet umfassende Marktübersichten zu den nachhaltigen Antrieben der neuen Mobilität. netzwerk-A bietet dem Nutzer regelmäßig Anwenderberichte, Best-Practice-Beispiele, How-to-Anleitungen und Checklisten, um das Fahren und Transportieren mit alternativen Antriebsarten heute, morgen und übermorgen in nachhaltige Mobilitätskonzepte zu integrieren. Wie die Infrastruktur für die neue Mobilität aufgebaut wird und welche Förderungen es für nachhaltige Antriebe gibt, beantwortet die Onlineplattform netzwerk-A von Springer Fachmedien München. netzwerk-A wendet sich an Autohäuser, Speditionen und Logistik-Unternehmen, Fuhrparkmanagement, Transportunternehmen und ÖPNV-Betriebe.