Autoverkehr: Industrie und Umweltverbände streiten um alternative Kraftstoffe

Experten-Streit: Sind synthetische Kraftstoffe eine echte Alternative zur Elektromobilität?
© Foto: Continental

Der BDI betont, dass Klimaschutz im Verkehr nicht allein durch Elektromobilität und Verkehrsverlagerung erreichbar sei. Helfen könnten E-Fuels. Das sieht der BUND anders.


Datum:
04.12.2020
Autor:
dpa
Lesezeit: 
3 min

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Industrie und Umweltverbände streiten über den Einsatz alternativer Kraftstoffe bei Autos. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betonte, Klimaschutzziele im Verkehr seien nicht allein durch Elektromobilität und Verkehrsverlagerung erreichbar. Solange die E-Mobilität noch kein Massenphänomen geworden sei, brauche es eine Vervierfachung der heutigen Mengen an CO2-neutralen Kraftstoffen. Dagegen hieß es heim Umweltverband BUND, alternative Kraftstoffe seien als "künstliche Lebenserhaltungsmaßnahme" für den Verbrennungsmotor ungeeignet.

Vor allem der Verkehrsbereich muss liefern,um Klimaziele bis 2030 zu schaffen. Am Freitag legte eine Arbeitsgruppe der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission Nationale Plattform Zukunft der Mobilität einen neuen Bericht vor.

Darin heißt es, die Kosten alternativer Kraftstoffe würden signifikant höher ausfallen als die fossiler Kraftstoffe. Nach jetziger Einschätzung der technologischen Machbarkeit und der Dauer von Planungsverfahren sei erst ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts mit einem industriellen Hochlauf zu rechnen. Zu alternativen Kraftstoffen gehören strombasierte Kraftstoffe, die auf erneuerbarem Strom sowie auf "grünem" Wasserstoff basieren.

E-Fuels mit hohen Umwandlungsverlusten

Der BUND-Vertreter in der Arbeitsgruppe des Expertengremiums, Ernst-Christoph Stolper, sagte, der Bericht zeige, dass alternative Kraftstoffe nur in begrenzten Mengen und nach strengen Nachhaltigkeitskriterien produziert werden könnten. Herstellung und Nutzung dieser "E-Fuels" seien mit hohen Umwandlungsverlusten verbunden. Die Energieeffizienz ihres Einsatzes im Verkehr sei deshalb im Verhältnis zum batterieelektrischen Antrieb fünf bis acht Mal geringer. Ihr Einsatz komme somit nur in Bereichen in Betracht, in denen eine direkte Elektrifizierung nicht möglich sei, wie im Flug- und Seeverkehr. "Diese Kraftstoffe sind zu kostbar, um sie im normalen Pkw-Motor zu verbrennen."

Dagegen sagte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch, für den Markthochlauf der alternativen Kraftstoffe eigne sich besonders der gesamte Straßenverkehr, sofern bestehende Regulierungen wie die Energiesteuer auf klimafreundliche Kraftstoffe ausgerichtet würden. (dpa)

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