Alte Busakkus werden Pufferspeicher

Ein Batteriepack wird vom Dach entnommen
© Foto: Daimler

In Hannover entsteht ein stationärer Energiespeicher, der in einem Gleichrichter-Unterwerk zum Einsatz kommt.


Datum:
30.04.2021
Autor:
Sascha Böhnke
Lesezeit: 
2 min

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Daimler Buses beteiligt sich am Modellprojekt GUW+. In einem neuen Gleichrichter-Unterwerk der ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG wird ein stationärer Energiespeicher auf Basis von Batteriesystemen errichtet, die zuvor in vollelektrisch angetriebenen eCitaro Stadtbussen zur Anwendung kamen. Die Entwicklung und Umsetzung übernimmt die Mercedes-Benz Energy GmbH in Kamenz/Sachsen. 

Ab dem 4. Quartal 2021 soll das neue Gleichrichter-Unterwerk in Hannover zur Versorgung der Stadtbahnen und Elektrobusse der ÜSTRA beitragen. Der Energiespeicher dient dabei als Puffer zur Nutzung der anfallenden Rekuperationsenergie im Rahmen des Stadtbahnbetriebs und soll dabei den Ausgleich von Lastspitzen, einen Weiterbetrieb bei Netzausfällen sowie die Versorgung der öffentlichen Ladeinfrastruktur ermöglichen. Der Pilotspeicher verfügt über eine Kapazität von rund 500 kWh und besteht aus rund 20 Batteriesystemen, die zuvor über tausende Kilometer im eCitaro für Erprobungsfahrten eingesetzt wurden. 

Üblicherweise endet die Einsatzzeit der Batterien mit NMC-Technologie im eCitaro nach rund fünf bis sechs Jahren bei einer Kapazität von etwa 80 Prozent. Danach ist die notwendige Reichweite der Stadtbusse nicht mehr gewährleistet. Der Lebenszyklus einer Batterie endet jedoch nicht zwangsläufig nach dem Betrieb in einem Fahrzeug. Im stationären Betrieb ist sie in der Regel noch voll einsatzfähig – Kapazitätsverluste spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Nach bestimmungsgemäßer Nutzung der Batterien im Fahrzeug ist nach Angaben von Daimler ein Betrieb im stationären Bereich für mehrere weitere Jahre möglich. 

Die Erweiterung eines klassischen Gleichrichter-Unterwerks um intelligente Funktionen wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) geförderten Verbundprojekts GUW+ entwickelt und demonstriert. Das 2019 gestartete Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Mercedes-Benz Energy GmbH ist als Tochtergesellschaft der Mercedes-Benz AG für die Entwicklung von innovativen Energiespeicherlösungen verantwortlich. Der Fokus des Unternehmens liegt insbesondere auf Anwendungen aus dem Bereich 2nd-Life und Ersatzteilspeicher. Gemeinsam mit seinen Partnern hat das Unternehmen bereits drei Großspeicher mit insgesamt rund 50 MWh Energie aus automobilen Batteriesystemen an das deutsche Stromnetz gebracht. Der erste 2nd-Life-Batteriespeicher ging bereits im Oktober 2016 im westfälischen Lünen ans Netz

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