Wallbox zu Hause - das ist zu beachten

Ja, die Elektromobilität kann einen vor lauter Fachbegriffen schon einmal verwirren
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Wer sich ein Elektroauto oder einen Plug-In-Hybriden zulegen will, wird sich früher oder später auch mit dem Kauf einer ordentlichen Wallbox beschäftigen. In diesem Ratgeber informieren wir Sie über die wichtigsten Punkte, die Sie beim Kauf beachten sollten. Außerdem gibt es eine Übersicht über die Förderprogramme.


Datum:
31.08.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
6 min

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Was brauche ich überhaupt?

Als allererstes sollte ich mir darüber klar werden, welche Wallbox ich haben will. Grundsätzlich: Je höher die Zahl der Kilowattstunden, desto kürzer ist für gewöhnlich die Ladezeit. Für den Hausgebrauch, also beispielsweise das Laden über Nacht, ist meist eine dreiphasige 11 kW-Wallbox sinnvoll. Diese reicht bei den meisten gängigen E-Autos mit Batterien rund um 40-70 kWh Kapazität aus. Entscheidend ist aber auch die maximale Leistung des Onboard-Laders Ihres Autos. Wenn dieser beispielsweise nur 11 kW verträgt, wird er an einer 22 kW Säule auch nicht schneller laden. Wichtig ist auch, wie viele Phasen der Onboard-Lader hat. Wenn Ihr E-Auto nicht über ein dreiphasiges Ladegerät verfügt, hat es in der Regel nur eine Phase. Das bedeutet für Sie: Der heimische Ladestrom wird, zumindest in Deutschland, meist nicht über 4,6kW hinausgehen, da das die maximale Leistung pro Phase in unserem Wechselstromnetz ist.

Regel 1: Lassen Sie ihr Stromnetz immer im Vorfeld von einem Fachmann prüfen

Je höher die Ladeleistung, desto höher sind auch die Ansprüche an das Stromnetz. Die meisten Wallboxen brauchen Starkstrom, und auch hier gibt es nochmal einige Unterschiede. Ein Elektriker, den Sie ohnehin von Anfang an in den Prozess mit einschließen sollten, sagt Ihnen, welche Wallbox für Ihren Bedarf geeignet ist. Passen Sie auf, denn wenn Sie sich für eine besonders leistungsfähige Wallbox entscheiden, kann es sein, dass technische Änderungen am Netz nötig werden und Sie an den Baukosten beteiligt werden!

Regel 2: Fragen Sie, ob Sie die Wallbox anbringen dürfen

Im eigenen Haus erübrigt sich diese Regel natürlich. Wenn Sie Mieter oder Wohnungseigentümer sind, müssen Sie in der Regel erst Ihren Vermieter beziehungsweise die Eigentümergesellschaft fragen, ob Sie die Wallbox anbringen dürfen. Sobald durch die Installation eine sogenannte bauliche Veränderung stattfindet, brauchen Sie zwingend ein OK.

Regel 3: Nicht blind kaufen

Sie wissen, welche Box Sie wollen und haben geprüft, ob sie auch für Sie kompatibel ist? Dann geht es an den Kauf. Vergewissern Sie sich hier noch einmal, dass auch der Steckertyp zu Ihrem Auto passt. Dann sollten Sie darauf achten, wie lang das Kabel der Wallbox ist. Lieber ein Stück länger, bevor Sie am Ende unnötig nah an der Box parken müssen. Beachten Sie auch, auf welcher Seite des Autos sich der Ladeanschluss befindet und überlegen Sie, ob Sie ein abnehmbares Kabel benötigen. Von Vorteil ist eher ein festes Kabel, für „Besuchslader“ gibt es zur Not Adapter. Wenn die Ladestation im Freien steht, sollten Sie eine Outdoor-Variante kaufen. Tipp: Besorgen Sie sich gleich eine Wallbox mit integriertem FI-Schalter. Dieser ist nämlich Pflicht beim mehrphasigen Laden und müsste sonst später durch den Techniker zusätzlich eingebaut werden. Außerdem empfiehlt sich die Nutzung einer Wallbox mit integriertem Stromzähler.

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