Elektrische Flotte – nicht nur auf der Achterbahn

Ein Elektroauto muss auch immer ins Unternehmen passen
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Über die Einführung oder den Ausbau von E-Mobilität im Fuhrpark denken viele Firmen nach. Manchmal scheitern die Verantwortlichen am fehlenden Know-how.


Datum:
18.09.2020
Autor:
Gastbeitrag von Axel Schäfer (Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement)
Lesezeit: 
4 min

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Elektro-Fahrzeuge sind im Kommen. Wer die betriebliche Mobilität auch unter Umweltgesichtspunkte optimieren möchte, der kann sich nicht nur mit der Frage beschäftigen „Elektro oder nicht?“. Bei der Frage bevorstehender Änderungen im Mobilitätsmanagement darf es nicht allein um Antriebsarten gehen. Alle Alternativen müssen in Bezug auf die Nutzungsform im Unternehmen auf die Wirkung geprüft werden. Doch wenn man sich für einen Ausbau der Elektromobilität entschieden hat, ist vieles erstmal schwierig. Dazu tragen eine Vielzahl von Regelungen bei, die den Mobilitätsverantwortlichen in Unternehmen die Arbeit eher erschweren. Ein Blick auf die Gesetzeskarte Elektromobilität erzeugt eher Kopfschmerzen, als es Klarheit signalisiert. Auch wenn das erste Elektroauto bereits im 19.Jahrhundert entwickelt wurde, ist dass alles noch sehr neu für uns. Entscheider brauchen umfassendes, neues Wissen. Viele glauben immer noch an Mythen, dass beispielsweise die Batterie eines BEV immer voll "getankt" (geladen) werden muss. Aber es geht nicht nur um Technik, E-Fahrzeuge im Fuhrpark bringen jede Menge Fragen mit sich. Auf der einen Seite gibt es steuerrechtliche Aspekte, auf der anderen Seite vielerlei Rechtsfragen. Dies fängt beim Punkt Finanzierung und steuerlichen Sonderregelungen an und geht über Fragen der UVV bis zur Handhabung der Ladeinfrastruktur. Außerdem ist das Thema Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer zu betrachten, denn die neuen Fahrzeuge sind sehr häufig „connected“. Dies sind nur einige der Anforderungen, mit denen man sich in der Praxis befassen muss und bei den auch der Fuhrparkverband mit Weiterbildungsangeboten und Know-how unterstützt (siehe Kasten Fleetricity). Jeder Unternehmer muss sich darüber hinaus die Frage stellen, ob seine Investition sicher ist. Sind die Investitionskosten planbar und die laufenden Kosten zu kalkulieren. Das ist bei Elektrofahrzeugen noch schwierig, denn die Möglichkeit eine TCO-Analyse zu fahren und entsprechende Vergleiche zu erstellen, ist eben häufig noch nicht möglich. Die Unterschiede bei Wartungs- und Betriebskosten sind für Unternehmen nicht transparent nachvollziehbar und/oder verständlich. Ob für die eigenen Fahrprofile und Mobilitätsanforderungen die Elektromobilität eine Rolle spielt, muss jeder Entscheider für sein Unternehmen analysieren und entscheiden. Klar ist, dass Elektromobilität als Bestandteil eines integrierten Mobilitätskonzeptes heute schon machbar und zukünftig noch möglicher ist. Die Macher am Steuer des Mobilitätsmanagements müssen den Blick offen halten für Trends und technologische Entwicklungen und diese auch annehmen. Sie sollten Gestalter sein, denn sie haben die Erfahrung, das Know-how sinnvolle Vorschläge zur Gestaltung der Mitarbeitermobilität zu machen. Das ist ihr Job – und der wird immer wichtiger. 


E-Weiterbildung

Mit Fleetricity startet ab Oktober eine praxisorientierte Einführung in die Grundlagen der elektrifizierten Flotte.  

„Fleetricity schließt eine wichtige Lücke: Erstmals werden alle für Unternehmensfuhrparks relevanten Aspekte der Elektromobilität in einem umfassenden Kurspaket vermittelt“, erklärt Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF). Mit „Fleetricity – DER Kurs für Elektromobilität im Fuhrpark“ finden die Absolvent/innen also alle für ihre Aufgaben wichtigen Themen und Lösungen sehr fokussiert und umfassend. Wertvolles Wissen über den effizienten und effektiven Einsatz von E-Mobilität im Fuhrpark, um heutige und zukünftige Aufgaben des Mobilitätsmanagements besser zu meistern. Dem Fuhrparkverband war bei der Zusammenstellung und Erarbeitung der Module besonders wichtig, die Inhalte und Lösungen sehr praxisnah zu gestalten. Viele Experten und Referenten aus der Praxis waren involviert und gestalten den Kurs. „Außerdem steht der Fuhrparkverband dafür, dass die Wissensvermittlung neutral und ohne marktpolitische Agenda zur Verfügung steht“, unterstreicht Schäfer. Der Kurs kann ab dem 1. Oktober 2020 jederzeit gestartet werden und umfasst sieben Lernmodule mit verschiedenen Lernlektionen und ergänzenden Materialien. Teilnehmer/innen haben für sechs Monate Zugang zum Lernportal und können in dieser Zeit auch sämtliche Aktualisierungen, ergänzend bereitgestellten Informationen und die Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs untereinander oder mit den Referenten nutzen. Eine freie Zeiteinteilung ist möglich, denn wann die Inhalte bearbeitet werden, kann jede/r Teilnehmer/in nach eigenem Ermessen planen. Ergänzt wird der Kurs durch monatliche Online-Meetings sowie zwei optionale Präsenzveranstaltungen (geplant ab März 2021). Teilnehmer/innen erhalten mit Fleetricity nach erfolgreichem Abschlusstest ein Teilnahmezertifikat „Zertifizierte/r E-Fleet-Manager/in (BVF)“. „Sozusagen die Hochvolt-Qualifizierung für den Fuhrpark“, meint Schäfer. www.fleetricity.de.  



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