Das muss sich bei Plug-in Hybriden ändern

Plug-in Hybride stehen einer Studie zufolge viel zu selten an der Ladesäule
© Foto: petovarga / stock.adobe.com

Eine Vollkatastrophe. So kann man die letzten Studienergebnisse zu Plug-in Hybriden, gerade im Dienstwagenbereich, bezeichnen. Wie berichtet verursachen die Teilzeit-Stromer teilweise mehr CO2-Emissionen als herkömmliche Verbrenner. Jetzt hat ein Expertengremium der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) eine Handlungsempfehlung veröffentlicht.


Datum:
12.10.2020
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit: 
6 min

NOCH KEINE Kommentare

jetzt mitdiskutieren



Eigentlich sollten Plug-in Hybride clevere, umweltfreundliche Multifunktionswerkzeuge sein. Aber - um das Bild aufrecht zu erhalten - das Schweizer Messer rostet und zwar gewaltig. Denn viele der Fahrzeuge werden offenbar zu selten angesteckt und daraus folgend zu oft mit dem Verbrennermotor gefahren. Die Folge: Teilweise erheblich mehr CO2 Ausstoß als herkömmliche Benziner oder Diesel – ganz besonders im Dienstwagenbereich. Also, das Problem ist nicht das Auto selbst, sondern der Fahrer. Was also tun?

Dieser Problematik hat sich ein Expertenkomitee der NPM angenommen. Die erste Feststellung: Um ein aktuelles Bild zu erhalten, sollte auch die aktuelle Generation der PHEVs erfasst und ausgewertet werden. Denn diese hätten Testzyklus-Reichweiten von mehr als 75 Kilometern und würden damit elektrische Fahranteile von rund 50 % erreichen. Allgemein ist eine der zentralen Forderungen, das die Fahrzeuge stets weiterentwickelt  werden, um höhere Reichweiten zu erreichen. Nichtsdestotrotz sind schon viele Stöpsel-Hybride auf der Straße, die eben nur 40-50 km weit kommen. Für diese Fälle hat das Komitee spezielle Handlungsempfehlungen ausgearbeitet.

Fahrerschulung

Ein Vorschlag der Experten: Die Fahrer sollten im Auto schon sehen, ob sie effizient unterwegs sind oder nicht. Dies könnte beispielsweise über eine Visualisierung via App erfolgen. Auf diesem Weg sollten dem Fahrer auch aktiv Ladestopps vorgeschlagen werden – bestmöglich nach dem Mobilitätsmuster des Nutzers. Außerdem könnte das Fahrzeug verfügbare Ladestationen in der Umgebung anzeigen, wobei das bei vielen Modellen ohnehin schon der Fall ist. Eine weitere Idee ist eine Art Bonusprogramm für elektrisch gesammelte Kilometer.

Außerdem schlagen die Experten einen breiten Ausbau der Ladeinfrastruktur vor. Dank des Wohnungseigentümergesetzes, das jetzt auch den Bundesrat passiert hat, ist ein Ausbau der Stationen zuhause grundsätzlich schnell möglich. In dieser Sache brauche es mehr Ambitionen bei der Beratung der Nutzer, zum Beispiel hinsichtlich steuerlicher Fragen.

Profil                                                              

Die gesammelten Vorschläge des Komitees können Sie unten herunterladen. Wir möchten zuletzt auch noch auf einen wichtigen Punkt hinweisen: Grundsätzlich ist die Idee des Plug-in Hybriden ja begrüßenswert. Aber, die Anschaffung erfordert zwingend eine gründliche Analyse des eigenen Fahrprofils. Wie oft fahre ich? Wie lang ist die Strecke und wie groß ist die elektrische Reichweite des Wunschautos? Wie viel Zeit zum Laden bleibt? Wo kann ich überhaupt laden? Denn der Halbstromer hat nun mal nur eine ganz bestimmte Nische, in der er sich entfalten kann. Ansonsten ist es klüger gleich zum Verbrenner zu greifen, bevor man aus gutem Gewissen einen PHEV fährt, mit dem die Umwelt sogar noch mehr mehr belastet wird.

Mehr zum Thema Elektromobilität erfahren Sie auch auf unserem Fachkongress E-MMOBILIA. 

HASHTAG


#Studien

MEISTGELESEN


KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


netzwerk-A ist das Onlineportal mit Antworten und Praxiswissen zu allen alternativen Antrieben. Das Onlineportal bündelt die alternativen Antriebsformen Elektromobilität, Hybrid oder Plug-in-Hybrid-Antriebe, LPG, CNG, Erdgas, Wasserstoff-Fahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge. netzwerk-A vergleicht alternative Antriebe und bietet umfassende Marktübersichten zu den nachhaltigen Antrieben der neuen Mobilität. netzwerk-A bietet dem Nutzer regelmäßig Anwenderberichte, Best-Practice-Beispiele, How-to-Anleitungen und Checklisten, um das Fahren und Transportieren mit alternativen Antriebsarten heute, morgen und übermorgen in nachhaltige Mobilitätskonzepte zu integrieren. Wie die Infrastruktur für die neue Mobilität aufgebaut wird und welche Förderungen es für nachhaltige Antriebe gibt, beantwortet die Onlineplattform netzwerk-A von Springer Fachmedien München. netzwerk-A wendet sich an Autohäuser, Speditionen und Logistik-Unternehmen, Fuhrparkmanagement, Transportunternehmen und ÖPNV-Betriebe.